Carmen Szadzik, Jahrgang 1965
“Ich bin in der Stadt groß geworden und erst im Jahr 2000 anlässlich unseres Hauskaufes “auf den Garten gekommen”. Zu dem Zeitpunkt hatte ich ungefähr so viel Ahnung von Pflanzen wie ein Huhn vom Schlittschuh laufen. Und ungefähr so geschickt waren auch meine ersten diesbezüglichen Versuche. Als kreativer Mensch (ich habe Publizistik studiert und gestalte und verfasse Werbe- und Kommunikationsmittel) hat mich jedoch sehr schnell das gestalterische Potenzial gereizt, das so ein Gartengrundstück mit sich bringt. Und so habe ich in der Folge unzählige Gärten angeschaut, sämtliche Bücher und Zeitschriften verschlungen und natürlich meine eigenen gärtnerischen Experimente angestellt. Heute würde ich sagen, ich befinde mich in der fortgeschrittenen Lernphase. Jedes Stück Wiese, das ich umgrabe und kultiviere, bestärkt mich in der Hoffnung, eines Tages das Wissen meiner Teamkolleginnen und vieler teilnehmender Gartenbesitzer zu erlangen. Zum Glück ist noch genug Wiese vorhanden.
Für mich ist immer gerade der Teil im Garten am Schönsten, den ich neu angelegt habe. Derzeit sind das mein blütenreicher Bauerngarten und die beschwingten Gemüse- und Kräuterbeete auf der Obstbaumwiese. Der große See, an dem wir wohnen, hat natürlich das ganze Jahr über seinen Reiz und eines der größeren Bauprojekte der letzten Zeit war ein großzügig bemessener Bade- und Bootssteg. In konkreter Planung ist auch ein schönes, massives Gewächshaus. Das letzte hat Kyrill mir leider brutal entrissen. Und dann werde ich noch ein Feld mit blauen Wieseniris und weißen Taglilien anlegen. Und dann…naja, das führt schnell zu weit. Ich habe Glück, dass mein Freund mich stets in meinem Tatendrang bestärkt und meiner Buddelwut mit freundlichem Großmut begegnet. Kinder haben wir übrigens keine, aber ein Hund wäre noch nett!
Für mich gilt im Garten wie im Leben: “Erlaubt ist, was gefällt und keinem schadet!” Gelehrt hat mich der Garten Geduld und Gelassenheit. Im Winter werde ich zur Leseratte und außerdem koche ich sehr gern.
Mich hat beeindruckt, wie schnell aus der Idee zur Aktion “Offener Garten” eine richtige Bewegung geworden ist und welche Aufmerksamkeit dem Aktionswochenende zunehmend in der Öffentlichkeit zuteil wird. Ich freue mich, nun meinen Teil als aktives Mitglied im Organisationsteam zum Gelingen der Aktion beitragen zu können. Last not least lerne ich auf diese Weise viele nette Menschen kennen, mit denen mich automatisch ein gemeinsames Thema – nämlich der Garten – verbindet.”

